Flashback 1.1: Meine eigene Schulzeit

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Warum ich Lehrer geworden bin, weiß ich nicht so recht, wenn ich meine eigene Schulzeit reflektiere. Ich hatte keinen Superpädagogen in meiner eigenen Schulzeit, den ich zum Vorbild hatte und der mich in der Hinsicht maßgeblich geprägt hat. Vielleicht wollte ich besser sein, als manche Lehrer, die mir meine persönliche Zeit in der Schule erschwerten. Grundsätzlich hatte ich auch einige tolle Pädagogen, die fachlich viel wussten, menschlich waren und mich irgendwie erreichten mit dem, was sie lehrten. Leider hatte ich aber auch viele, die – wie ich heute sicher sagen kann – als Lehrer ungeeignet waren und ihren Beruf schlichtweg unbefriedigend ausführten.

Meine Grundschulzeit, die ich in dem Dorf, in dem ich aufwuchs, verbrachte, war für mich und meine Eltern unaufregend. Ich war der Klassenbeste und erledigte meine Hausaufgaben immer zuverlässig und ohne Diskussionen. Sie mussten also nie zu Elterngesprächen antreten und sich anhören, dass ich fachliche oder soziale Defizite habe. In allen Fächern glänzte ich und das Lernen fiel mir sehr einfach. Meine Grundschullehrer waren ältere, erfahrene und strenge Pädagogen, die den Lehrplan konsequent durchführten. Ich selbst habe an diese Zeit wenige Erinnerungen. Ich glaube aber, dass ich gern zur Schule ging.

 

Dann kam ich in die fünfte Klasse eines Gymnasiums in einer nahegelegenen Stadt. Als Dorfkind fiel es mir schwer mich in der neuen Umgebung zu Recht zu finden. Der längere Schulweg irritierte mich und ich hatte Schwierigkeiten in der neuen Klasse Freundschaften zu schließen. Wir waren fast 30 Schüler aus unterschiedlichen Grundschulen und ich benötigte lange Zeit, um meinen Platz in der neuen Lerngruppe zu finden. Die ersten zwei Jahre auf dem Gymnasium verliefen notenmäßig gut und ich zählte, wie in der Grundschule, zu den Klassenbesten.

Es folgten die Mittelstufe und die Pubertät. Ich fand viele andere Dinge spannend und war in der Schule gelangweilt. Im Unterricht passte ich weniger auf und auch die Hausaufgaben wurden immer mehr zur Qual. Die Lehrer nervten mich, die Dinge, die sie mir versuchten zu erklären, prallten an meiner Amygdala ab und so fiel es mir immer schwerer den geforderten Lernstoff zu beherrschen. Meine Noten rutschten ab und ich hatte immer weniger Lust die Schule zu besuchen. Dennoch quälte ich mich weiterhin regelmäßig dort hin. Ich war froh, als ich endlich eine feste Rolle in der Peergroup erkämpft hatte und so gewannen soziale Kontakte in dieser Phase meines Lebens einen größeren Stellenwert als bisher. Ich hing mit Freunden mittags ab, machte Sport oder bastelte an Musikprojekten am Computer. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich von der Schule zu wenig gefordert worden bin. Ich glaube, dass die meisten Lehrer, die mich zu dieser Zeit lehrten einfach nicht fähig waren mit pubertierenden Teenagern zu arbeiten und deren Potential zu sehen. Unterstützung fand ich von den Pädagogen selten und so verging die Zeit bis zur Oberstufe. In der elften Klasse hatte ich Schwierigkeiten diese zu bestehen. Es gab nur wenige Fächer, die mich interessierten und wenige Lehrer, die mich motivierten. Geschichte, Politik, Chemie, Physik und Biologie gingen einfach an mir vorbei. Ich saß die Zeit ab und war genervt von Dingen, die ich lernen sollte, obwohl sie mich überhaupt nicht interessierten.

 

Für Französisch entwickelte ich ein besonderes Interesse. Durch einen erfolgreichen Schüleraustausch und eine Freundschaft mit meiner Austauschpartnerin konnte ich die Sprache gut lernen und hatte an ihr Freude. Ich habe die Sprache gelernt, da ich mehrfach im Jahr in dem Land war, nicht etwa durch den guten Unterricht in der Schule. Trotz allem konnte ich mich für das Fach durch die frankophone Freundschaft begeistern und wusste so, dass ich Französisch als ersten Leistungskurs wählen sollte. Auf der Suche nach dem zweiten Leistungskurs sah ich lange Zeit nur ein großes Fragezeichen vor mir. Sport und Religion wurden nicht angeboten und so entschied ich mich für Mathematik, da ich dachte, dass vier Stunden im Grundkurs oder fünf Stunden im Leistungskurs kaum ein Unterschied sei. Dass sich diese Entscheidung als dumm erweisen würde, stellte sich schnell heraus…


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